Die wilde Ilse

Ilse Saga düster oder verlockend
Ilse verlockend und dräuend

Es ist die schöne Ilse die wie bei den frühen Wanderungen des Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe magische Anziehung besitzt. Im gigantischen Ilsenstein soll sie zu Hause sein. Ob Sie auch so drohend ist wie der aufragende Gebirgsklotz der aus dem Tal zu sehen ist? Ist dieses revolutionäre Werk der Natur einhergegangen mit der zerbrechenden Liebe zweier Menschen? Ist Ilse die frühe Jeanne d’Arc des Harzvorlandes? Wann erscheint Sie wieder und lässt mich in Ihr Inneres und das Ihres Schlosses blicken? Fragen die mich beim Aufstieg an einem nasskalten Januartag begleiten und durch das tosende Wasser der über große Steine fließenden Ilsefälle keine Antwort finden. Je tiefer das Gebirge mich umfängt, desto wildere Fantasien begleiten mich. Es ist wunderbar warm und hell im Inneren des Schlosses, da tanzen skurill anmutende Frauen und  Männer in altertümlichen Verkleidungen. Die Ilse zieht mit Ihren langen blonden Haaren, einem winzigen Krönchen und animalischen Tanzbewegungen die Blicke in dem großen Ballsaal auf sich. Sie ist eine zierliche junge Dame mit eher schmalen Gesichtszügen und feinen Händen. Ich bewege mich mit eher bärenhaften Bewegungen immer näher zur Mitte des Parketts, als Sie mich feengleich anspricht. „Was ist Dein Wunsch, Jüngling.“ Stammelnd bringe ich leise hervor: „Ein Wasser vielleicht?“ „Oh, nichts leichter als das…“ wispert es hinter mir. Meine Träume haben mich die letzten Meter nicht auf den Weg achten lassen und ich falle über einen gigantischen Baumstumpf fast in den Flusslauf. In diesem Moment öffnet sich das Tal mit seinen nackten Baumkronen und gibt den Blick auf einen schneebedeckten Hang weit unterhalb des Brockens frei.