Im Rücken die Sterne

Was für eine Kraft geht von Dir aus!

Du Hügel.

Du kleine Erhebung aus dem Lago Maggiore.

Warum bist Du mein Ort der Sehnsucht?  Sind es die sagenumwobenen Geschichten um die Kooperative in den Jahren um 1900 ? Ist es der Tanz im Licht? Ist es die magnetische Anomalie?

Ich habe es gespürt. Ich war in Deiner Nähe und habe Dich berührt. Ich habe etwas von Deinem harten Gestein mitgenommen auf meine Reise. Du hast mir Kraft gegeben. Du hast mir dein Vertrauen geschenkt. Magie.

Unten kräuselt sich die Oberfläche des Wassers in der nachmittäglichen Sonne. Die Isle di Brisaggo streckt sich genüßlich und genießt die milde Feuchte. Du bist eine Geliebte die sich mir hingibt. Ich bringe Dir ein Opfer. Was  verliere ich? Angst. Was gewinne ich? Lust!

DSCN1029Monte Verita.

Wenn der Schwarzspecht dreimal klingelt

Es ist nicht nur Olga, die Katze. Auch der „Harzer Roller“, so klein und gelb…

Ich verhalte mich gegenüber unseren auf dem Gehöft oder in der Natur umherstreifenden natürlichen Verwandten schon etwas distanziert. Oder besser, ich beobachte Sie aus einer gewissen Distanz und nähere mich dann achtsam. Sofern das meine Füße mit der Schuhgröße 45 zulassen.

Allerdings spüre ich ein immer stärker werdendes Zutrauen einiger in meiner direkten Umgebung lebenden Vögel oder dem jähzornigen, altersschwachen Dackel eines guten Freundes. Es ist kein Zufall, das er noch nach Jahren der Fremde, offensichtlich in Sekundenbruchteilen meinen Fußgeruch wittert und nach wenigen Runden um den Campingstuhl mir unter das Hosenbein tiefergehend kräftige Bisse zu versetzen versucht.

Die Dohlen-Vögel warten genüsslich den Moment meines Abschieds aus der heimischen Wohnung ab um im frühlingshaften Sprießen und Blühen den gerade aus dem Winterschlaf erwachenden und im Vorbeiflug eher unscheinbaren Blumenkasten am Balkongeländer derart umzupflügen, das sich mir abends ein Bild vergleichbar eines Starts einer russischen Trägerrakete bietet.

Ist das Liebe oder eher ein neurotisches Verhaltensmuster das uns Menschen nach langen Jahren der Gemeinschaft in Städten wie Bielefeld, Bützow oder Bottrop gleicht? Ich neige zu beiden Varianten. Foto0014

Wie kann eine echte Beziehung entstehen? Gewiss, der Dackel ist inzwischen fast taub und ich könnte auf Zeit spielen, das er auch seinen Geruchssinn einbüßt. Dem Krähenvolk könnte ich wie seinerzeit legendär Adriano Celentano deutliche Worte in den Baum brüllen um Sie zu ermuntern doch die reichhaltigeren Rabatten der Nachbarin zu beehren?

Nein, derart schwebt mir nicht vor. Es ist eher die gemeinsame Herkunft die mich motiviert es friedvoller zu versuchen. Gemeinsame Chorale Gesänge wie „Alle Vögel sind schon da“ oder der „Jäger aus Kurpfalz“ sind angetan die Beziehung zu intensivieren und auf Beiden Seiten Vertrauen aufzubauen.

Das setzt allerdings voraus, das die Alt-Stimme des Dackel sich melodiös im Chor integriert.

 

Ilse Saga düster oder verlockend

Die wilde Ilse

Ilse Saga düster oder verlockend
Ilse verlockend und dräuend

Es ist die schöne Ilse die wie bei den frühen Wanderungen des Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe magische Anziehung besitzt. Im gigantischen Ilsenstein soll sie zu Hause sein. Ob Sie auch so drohend ist wie der aufragende Gebirgsklotz der aus dem Tal zu sehen ist? Ist dieses revolutionäre Werk der Natur einhergegangen mit der zerbrechenden Liebe zweier Menschen? Ist Ilse die frühe Jeanne d’Arc des Harzvorlandes? Wann erscheint Sie wieder und lässt mich in Ihr Inneres und das Ihres Schlosses blicken? Fragen die mich beim Aufstieg an einem nasskalten Januartag begleiten und durch das tosende Wasser der über große Steine fließenden Ilsefälle keine Antwort finden. Je tiefer das Gebirge mich umfängt, desto wildere Fantasien begleiten mich. Es ist wunderbar warm und hell im Inneren des Schlosses, da tanzen skurill anmutende Frauen und  Männer in altertümlichen Verkleidungen. Die Ilse zieht mit Ihren langen blonden Haaren, einem winzigen Krönchen und animalischen Tanzbewegungen die Blicke in dem großen Ballsaal auf sich. Sie ist eine zierliche junge Dame mit eher schmalen Gesichtszügen und feinen Händen. Ich bewege mich mit eher bärenhaften Bewegungen immer näher zur Mitte des Parketts, als Sie mich feengleich anspricht. „Was ist Dein Wunsch, Jüngling.“ Stammelnd bringe ich leise hervor: „Ein Wasser vielleicht?“ „Oh, nichts leichter als das…“ wispert es hinter mir. Meine Träume haben mich die letzten Meter nicht auf den Weg achten lassen und ich falle über einen gigantischen Baumstumpf fast in den Flusslauf. In diesem Moment öffnet sich das Tal mit seinen nackten Baumkronen und gibt den Blick auf einen schneebedeckten Hang weit unterhalb des Brockens frei.